Das Klima-RT-LAB auf der Tagung „Reallabore ‘on the road’ – Bilanz und Ausblick” in Stuttgart am 9. Juli 2026
Seit 2015 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) das Forschungsformat Reallabore mit einer eigenen Förderlinie und hat es damit als bundesweiter Vorreiter als innovatives Transformationsformat etabliert. Seitdem wurden insgesamt 21 Reallabore mit rund 25 Millionen Euro gefördert. Am 9. Juli 2026 wurde nach über zehn Jahren Reallaborarbeit und -förderung nun gemeinsam Bilanz gezogen: Welche Erfolge haben Reallabore “made in the LÄND” vorzuweisen? Welche Veränderungen haben sie angestoßen? Wie reflektieren Reallabor-Beteiligte ihre Wirkung auf die Gesellschaft?
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Poetry Slam von Louisa Bahl, einer Videobotschaft von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, einem Grußwort von Stefan Landerer und einem improvisierten Impuls des Fast Forward Theatres. Im Anschluss lud der Marktplatz zum Entdecken, Austauschen und Fragen stellen ein: Mehr als 15 Reallabore ließen hinter die Kulissen ihrer Projekte schauen, luden zur aktiven Mitarbeit z. B. anhand einer “Wirkungskarte” ein, und man konnte sogar einem Roboter des Reallabors “Robotische Künstliche Intelligenz” beim Wäsche sortieren oder Spülmaschine ausräumen zuschauen. Auch außerhalb des Veranstaltungsgebäudes zog das Programm Aufmerksamkeit auf sich – die Foto- und Videoausstellung des MobiLabs brachte Reallaborforschung direkt in den öffentlichen Raum und damit direkt ins Blickfeld vorbeikommender Passant:innen.

Das Klima-RT-LAB war vielleicht als das Personal-stärkste Reallabor vertreten: An unserem Stand informierten wir mit Plakaten, unserer brandneuen Abschlussbroschüre (die Prof. Dr. Löbbe, Präsidentin der Hochschule Reutlingen und ehemals Projektleiterin des Klima-RT-LABs, in den Händen hält), mehreren Videos und einem Excel-Tool zur Potenzialanalyse von Großwärmepumpen. Der Marktplatz zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Reallabore und ihre jeweiligen Handlungsfelder sind!

Parallel zum Marktstand diskutierten sechs Gesprächsrunden Reallabore als Experimentierräume, Berufsqualifikation, Lehr-, Forschungs- und Wirkungsformat. Nach der Mittagspause lauschte das Publikum zuerst der Reflektion von Prof. Dr. Mandy Singer-Brodowski, die u.a. die Hypothese aufstellte, dass Reallabore die Grenzen des Seminarraums sprengen und Demokratie stärken können. Danach sprachen Prof. Dr. Julia Kormann und Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger über die Unterschiede der (Reallabor-)Arbeit zwischen Universitäten und Hochschulen Angewandter Wissenschaften.
Das Fast Forward Theatre schaffte es in jeder Auftrittsrunde, hineingerufene Worte wie “veganer Bratensaft”, “spezielle Schnecken” oder den “Reutlinger Marktplatz”, so gut in ihre improvisiertes Schauspiel zu integrieren, dass der ganze Saal lachte. Den Abschluss bildete eine Plenumsdiskussion mit Susanne Scherz, Sandra Schmidt und Reutlingens Baubürgermeisterin Angela Weiskopf, die moderiert von Prof. Dr. Daniel J. Lang, persönliche Anekdoten ihrer Reallaborerfahrungen teilten: Alle drei kamen zu dem Fazit, dass sich vieles in ihrer jeweiligen Kommune oder Verwaltung nicht ohne Reallabore verändert hätte. Eine eindrucksvolle Wertschätzung!

Großer Dank für diesen tollen Tag gebührt dem Organisations-Komitee bestehend aus Susann Neupert, Dr. Samantha Schramm (beide MWK), Petra Gerlach (evalag), Dr. Antonietta Di Giulio und Fürsp. Rico Defila (beide Universität Basel). Ohne Sie alle wäre dieser Tag nicht so schön, interessant, lecker und gut verlaufen!
Text: Louisa Bahl/Klima-RT-LAB
Beitragsbild Copyright: Louisa Bahl/Klima-RT-LAB