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Querschnittsthemen

Die Themen sozialwissenschaftliche Begleitforschung, Klimaneutralität und Treibhausgas-Monitoring sowie Gender-Monitoring sind für alle Realexperimente relevant.

Querschnittsthemen des Reallabors

Den zentralen Forschungsgegenstand bildet die Institutionalisierung von Klimaneutralität im Stadtkonzern und die spezifische Rolle des Reallabors als Akteur im Transformationsprozess. Ein besonderer Fokus bei der Analyse liegt auf der Identifikation von Treibern und Hemmnissen unter Berücksichtigung der jeweiligen Kontextbedingungen. Die übergeordneten Forschungs- und Praxisziele aufgreifend und die Realexperimente einschließend nimmt die Verstetigungsforschung und -gestaltung eine wesentliche Rolle im Klima-RT-LAB ein. Das im Reallabor erlangte Wissen, die in den Realexperimenten entwickelten bzw. erprobten Produkte und die im Verlauf des Projekts entwickelten Handlungsempfehlungen werden in partizipativen Workshops diskutiert, um eine organisationale Verstetigung von Klimaneutralität zu erzeugen. Um den Aspekt der Reflexion stärker zu beachten, wird eine Kombination aus externen Coachings und interner sozialwissenschaftlicher Begleitforschung umgesetzt. Im Rahmen von Workshops und regelmäßigen Coachings werden die (Teil-)Projektleitungen und Realexperimentteams begleitet. Parallel soll im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Begleitforschung des Forschungsprozesses die Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Praxispartner:innen untersucht werden, auch um beispielhafte und verallgemeinerbare Lernprozesse und Lösungsmöglichkeiten zu identifizieren und für andere Reallabore nutzbar zu machen. Das beinhaltet die Erhebung der Erfahrungen und Wahrnehmungen der Forschungs- und Praxispartner:innen über die Zusammenarbeit im Reallabor (mittel Einzel oder Mehrpersonengespräche), die Einordnung in die technischen, wirtschaftlichen, Governancebezogenen Rahmenbedingungen und die Ableitung von Handlungsempfehlungen. Das Empowerment der Akteur:innen aus der Praxis ist klar eingeleitet und die Förderung einer Kultur der Nachhaltigkeit initiiert. Gemeinsam wurden im Reallabor neue Wege gefunden und gestaltet, um gemeinsam technisch-wirtschaftliche, soziale und prozessuale Innovationen auszuprobieren. Die Experimenträume des Reallabors leisten hier einen wichtigen Beitrag. Die partizipative Entwicklung z. B. in den Workshops der Pilotentwicklungen im Realexperiment E ermöglicht es Mitarbeiter:innen und Führungskräften, unterstützt von den Forschenden, eigene Ziele und Maßnahmen zu entwickeln und in der Folge Verantwortung für deren Umsetzung zu übernehmen. Entsprechende Ergebnisse sind im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung einschließlich zweier Konzern-weiter Panel-Erhebungen deutlich geworden. Insgesamt wurde im Rahmen des Reallabors also gemeinsames Lernen ermöglicht und die Institutionalisierung hin zu Klimaneutralität vorangetrieben, wie auch das Evaluationsgutachten feststellt.
Q1.1 konzernweites CO2-Monitoring-System Die Organisationseinheiten erstellen jeweils eigene Energie- und Treibhausgasbilanzen mit einheitlichen Mindeststandards. Die einzelnen Berichte werden anschließend zu einer Gesamtbilanz zusammengeführt. Es wurden folgende Klimaschutzziele vereinbart:
  • Die Treibhausgasemissionen werden schnellstmöglich deutlich reduziert mit dem Ziel schnellstmöglich Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Klimaneutralität ist bis spätestens 2040 zu erreichen.
  • Für die Jahre bis zur Erreichung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen legen die Organisationseinheiten jeweils eigene Minderungspfade für ihre Treibhausgasemissionen bzw. Klimaschutzzwischenziele fest.
  •  Die eigenen Stromverbräuche werden ausschließlich durch Ökostrom gedeckt.
Als klimaneutral wird eine Kommunalverwaltung / ein Eigenbetrieb / ein Tochterunternehmen dann bezeichnet, wenn die anthropogen verursachten Treibhausgasemissionen und die durch Senken der Atmosphäre entzogenen Treibhausgase bilanziell bei null liegen. Durch die Tätigkeit der Kommunalverwaltung / des Eigenbetriebs / des Tochterunternehmens darf das Klima nicht beeinflusst werden. Im Reallabor wird je nach Bedarf der Prozess zur Implementierung eines CO2-Monitoring-System in den Organisationseinheiten begleitet und unterstützt.                                                             Q 1.2 Klimaschutz-Leitlinie   Das Klimaschutz-Leitbild soll in kurzen, allgemein verständlichen, eingängigen Eckpunkten konkret und handlungsleitend beschreiben, wie die Beschäftigten (Mitarbeiter:innen und Führungskräfte) im Alltagshandeln (von Routinen bis zu „großen“ Entscheidungen) zum Ziel der Klimaneutralität im Konzern beitragen können. Leitfragen sind:
  • Was macht uns in Sachen Klimaneutralität erfolgreich?
  • Was sind die zentralen Werte, für die wir deshalb eintreten möchten?
  • Wie kann ich selbst Wirkung erzeugen?
  • Wie prägt das mein und unser Verhältnis zu den Bürger:innen?
Q 1.3 Klimaschutz-Monitoring für im Reallabor erhobenes Wissen/ Daten für Aufbau des Monitorings der Stadt Im Maßnahmen-Monitoring werden die im Reallabor erhobenen Daten und das erhobene Wissen für den weiteren Erkenntnisgewinn aufbereitet. Bisher erarbeitete Ergebnisse zum CO2-Monitoring werden in der Praxis getestet und um ein Monitoring des im Reallabor erarbeiteten Wissens sowie um zu entwickelnde Klimaschutz-Maßnahmen ergänzt. Dazu wird mit Hilfe von Workshops, Einzelgesprächen, Tool-Entwicklung und -Testing ein moderierter Prozess aufgesetzt, um die Bedarfe der städtischen Partner:innen zu identifizieren und anschließend zu definieren, welche Maßnahmen wie erhoben werden sollen.
Im Klima-RT-Lab wird Gleichstellung großgeschrieben. Um der Thematik den erforderlichen Raum und Stellenwert zu verleihen, werden im Rahmen eines Gender-Monitorings über den Projektverlauf mehrere Befragungen der Mitarbeiter*innen zu Gleichstellungsfragen durchgeführt. Dabei werden neben möglichen Herausforderungen im Projektkontext auch konkrete Verbesserungsvorschläge abgefragt und umgesetzt. Vor dem Hintergrund eines nach wie vor männlich dominierten technischen Berufsumfeldes werden besonders Aspekte untersucht, wie spezifisch Frauen unterstützt werden können. Obwohl die Parität in der Geschlechterzusammensetzung des 80 Personen umfassenden Projektteams nicht erreicht wird, sind nach wie vor wichtige Arbeitsstellen mit teils herausgehobenem Verantwortungsbereich sowohl bei der Stadt RT als auch bei der HSRT mit Frauen besetzt. Durch die in der ersten Hälfte des laufenden Projekts durchgeführten explorativen Interviews mit Mitgliedern des Steuerungsteams und der Online-Befragung mit allen Projektbeteiligten bestand bald ein guter Überblick über den Status der Gleichstellung. Dies ergab eine hohe Zufriedenheit im Sinne von Gleichstellung und Gender. Dies bezieht sich auf familienfreundliche Arbeitszeiten, die Möglichkeit, flexibel die Projektarbeit zu organisieren, sowie die gleichberechtigte Teilhabe an Projektergebnissen und ihrer Präsentation intern und extern. Die Mitarbeitenden wünschten sich aber weiterhin auch über die Post-Pandemie-Zeit hinaus flexible Arbeitszeiten und familiengerechte Strukturen. Für die Fortführung des Reallabors nimmt sich das Team diese Maßnahmen vor, die vor allem dem Monitoring und daraus folgenden Gegenmaßnahmen dienen: Maßnahme 1: Wiederholung der in 2021 durchgeführten Online-Befragung. Um einen größtmöglichen Vergleich der Daten und evtl. Änderungen zu realisieren, werden identische Arbeitsfragen und gleiches Forschungsdesign gewählt. Maßnahme 2: Ergänzende Interviews (5 bis 7) oder Gruppendiskussionen mit dem Steuerungsteam über kurzfristige Maßnahmen und Aktionen zur Sensibilisierung. Ergebnisse und Erfahrungen werden durch die HSRT und Dialogik kontinuierlich ausgewertet, und bei Bedarf neue Maßnahmen umgesetzt, um ein hohes Niveau der Gleichstellung zu verstetigen und auszubauen.
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