Skip to content

5 Jahre Klima-RT-LAB: Ein Geschenk für den Stadtkonzern Reutlingen

    Reutlingen, 2.2.26. Wie wird Klimaneutralität so selbstverständlich wie das Zähneputzen? Mit dieser Forschungsfrage startete 2021 das Reallabor Klima-RT-LAB – fünf Jahre später zieht das Projekt eine beeindruckende Bilanz.

    Bild 1: Projektleitung und regionale Partner:innen präsentieren den Entwurf der Abschlussbroschüre mit 18 Empfehlungen: V. l. n. r.: Prof. Dr. Stephan Seiter, Dr.-Ing. Volker Kienzlen, Arne Braun, Prof. Dr. Sabine Löbbe, Angela Weiskopf, Gudrun Heute-Bluhm, Prof. Dr.-Ing. Bernd Thomas.

    Am 22. Januar präsentierte das Projektteam im Theater „Tonne“ 18 konkrete Empfehlungen aus fünf Jahren Reallabor-Arbeit und diskutierte gemeinsam mit Politik, Klimaschutz-Vertreter:innen, Wissenschaft und Bürger:innen die nächsten Schritte Richtung Klimaneutralität 2040.

    „Mit dem Klima-RT-LAB stärken wir als Hochschule Reutlingen nicht nur den Klimaschutz und die intensiven Beziehungen zur Stadt Reutlingen. Es ist auch ein Meilenstein für die Ausrichtung unserer Forschung: anwendungsorientiert, auf Augenhöhe mit der Praxis und soziale Innovationen integrierend – das ist unser Anspruch“, sagt Prof. Dr. Sabine Löbbe, Präsidentin der Hochschule Reutlingen und Projektleiterin bis 2025. In den vergangenen Jahren seien „neue, teilweise unkonventionelle Ideen initiiert und umgesetzt“ worden, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Bernd Thomas, Projektleiter seit 2025 und Leiter des Reutlinger Energiezentrums. Entstanden sei ein starkes Netzwerk aus Hochschule Reutlingen, Universität Stuttgart, Dialogik gGmbH und dem Stadtkonzern Reutlingen, welcher aus Stadtverwaltung, den Eigenbetrieben und städtischen Tochterunternehmen besteht. Baubürgermeisterin Angela Weiskopf bringt es auf den Punkt: „Ein Projektteam, das sich gegenseitig inspiriert und Brücken zum klimaneutralen Reutlingen 2040 gebaut hat.“

    Gerade in einer Zeit, in der Klimaschutz politisch unter Druck stehe, könne das Klima-RT-LAB als Blaupause für andere Städte und Regionen dienen, betonte Arne Braun, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Neben konkreten Maßnahmen habe das Reallabor auch „als Ausbilder fungiert“, fasst Sabine Löbbe zusammen: Viele Alumni arbeiten heute im kommunalen Klimaschutz.

    Bild 2: Das Steuerungsteam des Reallabors Klima-RT-LAB.

    Genau hier setzt die Abschlussbroschüre des Klima-RT-LABs an: 18 kompakte Empfehlungen, wie Klimaschutz in Stadtverwaltungen, Stadtwerken und öffentlichen Unternehmen umgesetzt werden kann. In fünf Themeninseln – gleich den fünf Handlungsfeldern der Broschüre – präsentierten die jeweiligen Teilprojektleiter:innen die Projekt-Highlights und beantworteten die Fragen der Zuhörer:innen. Die Abschlussbroschüre können Sie in einer vorläufigen Entwurfsfassung am Ende dieses Beitrags herunterladen.

    Im Anschluss stand die Podiumsdiskussion „Jetzt handeln für Klimaneutralität!“ im Mittelpunkt. Diskutiert wurden notwendige Veränderungen, bislang ungenutzte Potenziale sowie konkrete Wege zur Umsetzung auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040. Moderator Ludger Benighaus, Mitarbeiter des Forschungspartners Dialogik gGmbH, führte durch die Runde und interviewte die Podiumsgäste. Dr.-Ing. Volker Kienzlen, ehemaliger Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW), betonte gleich zu Beginn: Entscheidend sei es nun, „in die Umsetzung zu kommen. Dafür braucht es Grundsatzbeschlüsse“. Aus der kommunalen Praxis berichtete Jonas Schaube, Alumni des Klima-RT-LABs und Klimaneutralitätsmanager in Filderstadt, dass „in Kommunen viele Klimaschutz-Maßnahmen umgesetzt werden, die nicht direkt CO₂ einsparen. Bei denen dürfen wir aber nicht stehen bleiben, wir müssen auch auf den Absenkungspfad kommen.“ Ergänzend hob Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin a. D. der Stadt Lörrach, hervor, dass „Maßnahmen anhand ihrer Kosten und Einsparungen verglichen und CO₂-effektiv bepreist werden müssen“.

    Auf die Publikumsfrage, ob Klimaschutz kommunale Pflichtaufgabe werden sollte, gab Gudrun Heute-Bluhm zu bedenken: „Kommunaler Klimaschutz muss Teil der kommunalen Daseinsvorsorge sein. Dennoch wird die Finanznot der Kommunen die Abwägung mit anderen Pflichtaufgaben erfordern“. Ob und wie man sich als Bürger:in an der Klimaneutralität beteiligen könne, war eine weitere Publikumsfrage, in der Angela Weiskopf die in Reutlingen ansässige ErneuerbareEnergien Neckar-Alb EG (kurz: EENA eG) als Beispiel nannte.  

    Bild 3: Podiumsdiskussion „Jetzt handeln für Klimaneutralität!“ mit Expert:innen aus Politik, Verwaltung und Praxis. V. l. n. r.: Moderator Ludger Benighaus, Gudrun Heute-Bluhm, Angela Weiskopf, Dr.-Ing. Volker Kienzlen und Jonas Schaube.

    Mit Blick auf das Projektende im Sommer 2026 kam die Projektleitung im letzten Programmpunkt „Ausblick“ noch einmal zu Wort: Angela Weiskopf versprach „mit unvermindertem Engagement die Anstrengungen zur Klimaneutralität auch nach Projektende fortzusetzen“. „Erfreut und stolz auf das Projekt“, sicherte Prof. Dr.-Ing. Bernd Thomas der Stadt Reutlingen zu, „auch über das Projektende hinaus als kompetenter Ansprechpartner als auch Sparringspartner in Sachen Klimaschutz bereitzustehen“. Mario Zimmermann, Leiter der Task-Force Klima und Umwelt der Stadt Reutlingen, blickt ebenfalls positiv in die Zukunft, denn es habe sich viel an der Einstellung und Mentalität geändert: „Wir haben ganz viel zusammen geschafft, denn: Klimaschutz gelingt nur gemeinsam!“. Um mit Angela Weiskopfs Worten zu schließen: „Das Reallabor war nicht nur ein Experiment, sondern ein richtiges Geschenk für unsere Stadt in die klimaneutrale Zukunft“.

    Die Abschlussbroschüre des Klima-RT-LABs in der vorläufigen Entwurfsfassung:

    Gestaltung: studio_upstruct. Creative Commons 4.0 Lizenz (CC BY 4.0), siehe S. 66.

    Haben Sie Fragen oder möchten Sie Kontakt zu uns aufnehmen? Melden Sie sich gerne bei:
    Louisa Bahl & Matthias Wörlen, Eventteam Klima-RT-LAB-Veranstaltung am 22.01.26
    E-Mail: veranstaltungen.klimartlab@reutlingen-university.de

    Pressemitteilung: Louisa Bahl & Kerstin Kindermann. Bilder: Luisa Dürr. Klima-RT-LAB/TEC, Hochschule Reutlingen.

    en_USEnglish